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Darf ich vorstellen - Premierminister der VRD Alexander Borodaj.

QUELLE

Der Premier-Minister der VRD Alexander Borodaj traf sich mit dem Hauptredakteur der "Freien Presse" Sergej Schargunov.

S.Sch.: - Alexander, wie kam es dazu, dass ausgerechnet Sie die Regierung der Republik leiten?

A.B. - So hat das Schicksal entschieden. Anders kann ich nicht antworten. Aufgrund meiner persönlichen Eigenschaften war ich derjenige der bereit war die Verantwortung zu übernehmen und in dieser Rolle auftreten. Ich empfinde die Ereignisse als eine Bestätigung, dass die Geschichte nicht beendet ist, in Gegensatz dazu, was die modischen Philosophen behaupten. Heute passiert sie vor unseren Augen. Und das Wichtigste - das ist die Geschichte meiner Heimat.

S.Sch.: - Sie sind Absolvent der philosophischen Fakultät der MGU (Moskauer Staatlicher Universität), der Sohn eines Philosophen. Man denkt dabei an die Idee von Platon, dass die Philosophen regieren sollen. Dabei, ich weiß, dass Sie als Freiwilliger in Pridnestrowje kämpften, das russische Parlament 1993 verteidigten. Wie sind Ihre Ansichten?

A.B. - Wenn ich das kurz und einfach formuliere – ich bin russischer Patriot. Ich glaube, der Raum der russischen Welt wurde aufgrund der bekannten Ereignisse künstlich verkleinert, er wird mit künstlich durchgezogenen Grenzen geteilt. Sie teilen Menschen russischer Kultur. Ich bin überzeugt, dass der Unterschied zwischen den Einwohnern, sagen wir, Rostov und Donezk Gebiete im Wesentlichen bedingt ist. Entsprechend sehe ich meine Aufgabe darin, meine Landsleute zu beschützen und zu unterstützen. Tatsächlich befinden wir uns in einer der ersten Etappe (besonders offensichtlich wurde das nach der Wiedervereinigung der Krim mit Russland) der Sammlung der russichen Welt, die gewaltsam zerteilt wurde nach der geopolitischen Katastrophe von 1991.

S.Sch.: - Ist es wahr, dass Sie persönlich den Philosophen Lew Gumilev kannten? Kann man davon sprechen, dass seine Arbeit Ihre Ansichten beeinflussten?

A.B. - Ich war noch ein Kind als ich mit Lwow Nikolaevitsch sprechen konnte. Er war oft Gast bei uns, im Sommer wohnte er in der Datscha meines Vaters. Einmal hatte er dort sogar so was wie mystische Erleuchtung, das erzähle ich ein anderes Mal – wenn alles gut sein wird, schreibe ich vielleicht ein Essay über Gumilev. Mit diesem Denker sind bei mir viele, wenn auch frühe, aber wertvolle Erinnerungen verbunden. Ich schätze seinen Beitrag in die russische Kultur und Wissenschaft sehr hoch. Ohne Zweifel, hat er einen Einfluss auf mich.

S.Sch.: - In diesem Fall, kann man die Ereignisse in Republik Donezk als ein Aufflammen der Passion betrachten?

A.B. - Das bestätigt, dass der russische kulturelle Archetyp seine Vitalität noch lange nicht ausgeschöpft hat. Wie seinerzeit in Pridnestrowje, begegnen wir in Donezk Republik dem Prozess der Selbstorganisation der russischen Welt, die der ihr gestellten kompromisslosen Herausforderungen antwortet. Dieser Prozess erinnert an den Schneeball, der im Laufe der Bewegung größer wird. Das, was in Südosten der Ukraine passiert, kann man als russischer Aufstand bezeichnen. Russisch im breiten Sinne des Wortes – kulturell, mental, zivilisationsbedingt. Dabei möchte ich darauf hinweisen, dass an der Widerstandsbewegung massenhaft ethnische Ukrainer teilnehmen. Dieser Prozess ist nicht mehr aufzuhalten.

S.Sch.: - Auf dem Territorium der VRD setzen sich die Kämpfe fort. Was glauben Sie, wie lange wird die militärische Phase des Konflikts andauern und wird die Republik ihr Recht auf die Selbstbestimmung verteidigen können?

A.B.: - Ich denke, dass die Auflösung schon nahe ist. Die sogenannte „ukrainische Armee“ in der heutigen Form ist weitgehend demoralisiert. Viele Soldaten weigern sich eigene Leute zu erschießen. Im Großen und Ganzen kämpfen gegen uns die ideologisch motivierten Feinde aus der sogenannten Nationalen Gard und die Kämpfer des „Rechten Sektors“. In dieser Situation ist es prinzipiell, dass die Volkswehr in Donezk wie Lugansk von der absoluten Mehrheit der Menschen unterstützt wird. Wenn wir nicht diese immense Unterstützung spüren würden, wären unsere Mühen vergeblich. Und ihrerseits, diejenigen, die gegen das eigene Volk kämpfen, sind zu einer Niederlage verurteilt. Zweifellos ist das Blutvergießen eine schreckliche Bewährungsprobe für die Menschen des Südostens. Ich hoffe sehr, dass sie bald endet.

S.Sch.: - Ist Igor Strelkov ihr Freund?

A.B. - Ja, ein Freund.

S.Sch.: - Wie fühlen Sie seine Stimmung? Wie schwer ist es in der umzingeltem Slawjansk?

A.B.: - Natürlich ist er erschöpft durch die ununterbrochene Belagerung, Beschuss, ständigem Krieg. Aber er ist munter, weil, und das ist sehr wichtig, ist er nicht auf die Verteidigung, sondern auf einen Angriff eingestellt.

S.Sch.: - Wie würden Sie die letzte Ansprache des Oligarchen Rinat Achmetov kommentieren, im Kontext des von ihrer Republik erklärten Kurses auf die Nationalisierung?

A.B.: Wir respektieren verschiedene Formen des Business. Man soll uns nicht darstellen als harte Doktriner, die den Militärkommunismus bauen wollen. Allerdings wollen wir den Staaat der echten und nicht der deklarierten sozialen Gerechtigkeit bauen.

Offensichtlich, hat Rinat Achmetov seine sehr starke Interessen in der Region. Und zwar – seine Aktivas und Kapital erhalten. Und die aktuelle Situation ist für ihn, sagen wir mal so, nicht komfortabel. Besonders, wenn wir berücksichtigen, dass dieser Oligarch seriöse finanzielle Verpflichtungen in Form der Kredite, die er bei den westlichen Strukturen bekommen hat, besitzt. Aber er muss die Position der absoluten Mehrheit der Einwohner der VRD respektieren und den im Referendum geäußerten Willen des Volkes anerkennen. Mindestens, muss er die Steuern zahlen, was die Pflicht eines jeden gesetzestreuen Bürgers ist. Wenn er auch weiter diesen offensichtlichen Imperativ ignoriert, so wird man ihn daran erinnern müssen.

S.Sch.: - Genügen die Bemühungen, die Moskau unternimmt poliltisch und diplomatisch, um das Blutvergießen zu beenden, oder erwarten Sie mehr?

A.B.: - Vor einiger Zeit war ich in Moskau, wo ich einige Treffen auf hohem Niveau hatte. Zweifellos spüre ich die Unterstützung. Und nicht nur von der Seite der russischen Regierung. Es ist prinzipiell wichtig, dass die absolute Mehrheit der Bürger Russlands mitfühlt und mitlebt, was ihre Landsleute hier betrifft. Nicht nur mitfühlen, sondern auch den Bewohnern von Novorossija Erfolg in unserer Sache wünschen. Trotz der Gefahr, verbunden mit den harten Kämpfen, kommen immer weitere Gruppen der Freiwilligen aus Russland. Diese breite Unterstützung gibt mir ein Verständnis dafür, dass wir stand halten und die russische Welt verteidigen werden.

S.Sch.: - Wie werten Sie die von Kiev angesetzte Präsidentschaftswahlen, die schon in den nächten Tagen durchgeführt werden? Werden die Donbass-Einwohner an dieser Abstimmung teilnehmen?

A.B. - Diese Wahlen werden kaum in Donezk und Lugans Republiken durchgeführt werden. Aufgrund des Umstandes, dass die absolute Mehrheit der Bürger, die im Osten der Ukraine leben, keinen Sinn sehen an diesem Schauspiel teilzunehmen. Unter den Bedingungen der sich fortsetzenden Kampfhandlungen und des reellen Zerfalls des Landes wird die Durchführung solcher Wahlen keine höhere Legitimität denen verleihen, die einen Staatsstreich in Kiev durchführten. Was auch für Ergebnisse verkündet werden nach dem 25. Mai, ist es klar, dass mit dieser sogenannten Regierung weder Donezk noch Lugansk zusammenleben möchten.

Tags: borodaj, helden, volksrepublik donezk, vrd, widerstand
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